Optimismus & Sauerstoff. Wie Denkweise und Physiologie die Lebenserwartung beeinflussen können

Menschen mit dem höchsten Optimismus leben 11–15 % länger als Menschen mit den niedrigsten Werten. Dies ergab eine groß angelegte, langfristige Bevölkerungsstudie der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) unter der Leitung von Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Health und der Boston University.

Selbst unter Berücksichtigung von Lebensstil, Gesundheitszustand und sozioökonomischen Faktoren bleibt Optimismus unabhängig mit einer längeren Lebensdauer verbunden. Dies lädt zu einem umfassenderen Verständnis von Langlebigkeit ein. Nicht nur als Ergebnis dessen, was wir tun, sondern auch davon, wie der Körper auf die Art und Weise reagiert, wie wir das Leben erleben und mit ihm umgehen.

Was die Forschung zeigt

Langfristige Bevölkerungsstudien, die Teilnehmer über Jahrzehnte hinweg begleiten, zeigen einen konsistenten Zusammenhang zwischen Optimismus und Langlebigkeit:

  • Optimistische Menschen erreichen mit einer 1,5- bis 1,7-mal höheren Wahrscheinlichkeit ein außergewöhnlich hohes Alter, definiert als ein Lebensalter von über 85 Jahren.
  • In einer Kohorte von fast 160.000 Frauen lebten die optimistischsten Teilnehmerinnen 5,4 % länger und hatten eine um etwa 10 % höhere Wahrscheinlichkeit, älter als 90 Jahre zu werden.
  • Diese Ergebnisse blieben auch nach Bereinigung um Rauchen, körperliche Aktivität, BMI, chronische Erkrankungen und sozioökonomischen Status signifikant.

In diesem Zusammenhang ist Optimismus nicht nur eine psychologische Präferenz. Er wirkt als biologischer Einflussfaktor.

Diese Ansicht wird nachdrücklich von Laura Kubzansky, Professorin für Sozial- und Verhaltenswissenschaften in Harvard, unterstützt, deren Arbeit gezeigt hat, dass Optimismus mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität verbunden ist. Wie sie feststellt:

„Optimismus bedeutet nicht, die Realität zu ignorieren. Es geht darum, wie Menschen sich anpassen, Stress regulieren und Verhaltensweisen beibehalten, die langfristig die Gesundheit fördern.“

Die Physiologie hinter Optimismus

Optimismus wird nicht nur im Kopf erlebt. Er spiegelt sich auch in biologischen Systemen wider, die Stress, Entzündungen und langfristige Widerstandsfähigkeit regulieren.

Positive psychologische Zustände beeinflussen Systeme, die für den Alterungsprozess von zentraler Bedeutung sind:

  • Stressregulation Eine geringere langfristige Cortisolbelastung und ein verbessertes autonomes Gleichgewicht tragen zur Verringerung chronischer Entzündungen bei.
  • Herz-Kreislauf- und Immunresilienz Eine gesündere Gefäßfunktion und stärkere Immunreaktionen unterstützen die langfristige Gesundheitsspanne.
  • Verhaltensmäßige Kontinuität Größere Beständigkeit in Bezug auf Bewegung, Ernährung, Schlaf und Vorsorge im Laufe der Zeit

Im Zentrum all dieser Systeme steht Sauerstoff.

Sauerstoff und Alterung

Jede Zelle ist auf Sauerstoff angewiesen, um Energie zu erzeugen, Schäden zu reparieren und ihre Funktion aufrechtzuerhalten. Chronischer Stress, Entzündungen und Gefäßfunktionsstörungen können die Sauerstoffversorgung und -verwertung beeinträchtigen. Die hyperbare Sauerstofftherapie kann ein wirksames Mittel sein, um die Sauerstoffaufnahme und -verwertung zu verbessern und die geistige Klarheit und kognitiven Funktionen zu steigern.

Deshalb gehört die Denkweise genauso zum Thema wie die Physiologie. Optimismus und Sauerstoff können perfekt zusammenwirken und Ihnen ein längeres, gesünderes Leben ermöglichen.

Abschließender Gedanke

„Langlebigkeit entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme. Sie entsteht, wenn Denkweise, Biologie und tägliche Entscheidungen im Einklang stehen. Optimismus öffnet die Tür. Sauerstoff gibt dem Körper das, was er braucht, um durch diese Tür zu gehen.“

— Dr. Katrin Dreissigacker

Verwandte Beiträge